Am Anfang zu zweit - Alleingeborene Zwillinge

Erinnerungen an einen Zwilling

Für manche Menschen begann das Leben im Mutterleib nicht allein –  sie teilten sich anfänglich ihre vorgeburtliche Welt mit einem oder mehreren Geschwistern. Doch dann verschwanden ihre Geschwisterkinder aus unterschiedlichen Gründen wieder. Diese Menschen wurden geboren und brachten, in sich verborgen, ein Geheimnis mit auf diese Welt. Um die Auswirkungen dieser frühen Erfahrung handelt es sich im Folgenden.

 

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Alleingeborener Zwilling“?

 

Einige Informationen vorweg:

Pränatale und embryologische Forschungen zeigen, dass eine nicht unerhebliche Anzahl aller Schwangerschaften zumindest in der Anfangszeit als Zwillings- oder Mehrfachbefruchtungen angelegt sind, die Angaben über den genauen Wert schwanken je nach Studie zwischen 30 und 80 Prozent. Die tatsächliche Anzahl der geborenen Zwillinge und Mehrlinge dezimiert sich schlussendlich jedoch auf ca. drei bis fünf Prozent.

 

Zwillinge oder Mehrlinge weisen also eine hohe Tendenz auf, im Verlauf der Schwangerschaft wieder abzugehen, zu sterben, meistens von der werdenden Mutter völlig unbemerkt. Diese verschwundenen Embryonen und Föten nennt man in der Fachwelt auch „Vanishing Twin“.

 

Hieraus ergeben sich zunächst folgende Fragen:

Hat das Verschwinden der unbemerkten Zwillingskinder Auswirkungen auf die werdende Mutter und vor allem auf das zur Welt kommende, am Leben gebliebene Geschwisterkind?

 

Gibt es eine irgendwie geartete vorgeburtliche Erfahrung und Erinnerung des Kindes an sein anfängliches Leben zu zweit im Mutterleib?

 

Und wenn dies zutrifft, wie könnte dieses vorgeburtliche Zwillings-Dasein erlebt worden sein? Welche Auswirkungen hätten diese frühesten Erfahrungen auf das spätere Leben des „Alleingeborenen Zwillings“?

 

Gibt es im weiteren Lebensverlauf Hinweise auf Prägungen infolge dieses allerersten Zu-Zweit-Seins, des frühen Verlustes und auf das Erlebnis des Verlassenwerdens?

                                                                                                                                                 VerlustVerlusttrauma

 

Gibt es z.B. Anzeichen für ein pränatales Verlusttrauma, das sich auch im weiteren Leben irgendwie bemerkbar macht?

 

Ich möchte mich im Folgenden vorrangig der praktischen Arbeit mit Alleingeborenen Zwillingen und deren Lebensthemen widmen und verweise deshalb alle, die sich ausführlicher mit Fragen zu „Alleingeborenen Zwillingen“ / „Verschwundenen Zwillingen“ auseinander setzen möchten, auf die sehr zu empfehlende, informative Internet-Seite von Gabriele Richter, loominu.de hin.

 

 loominu 

 

Sie finden dort umfassende Informationen und Links zum Thema.

 

Wer außerdem noch etwas über Alleingeborene Zwillinge lesen möchte, dem sei das Buch von Evelyne Steinemann, „Der verlorene Zwilling – Wie ein vorgeburtlicher Verlust unser Leben prägen kann“, Verlag Kösel, sehr ans Herz gelegt. Weitere Literaturhinweise finden Sie im Netz.

 

Wichtig ist das „Bauchgefühl“

Zwillingspärchen

Wer sich auf die Suche nach seinem vorgeburtlichen Ich und seinem verloren gegangenen Zwilling begibt, taucht ein in den Raum der pränatalen Lebenswelt, in der die Ausdrucksmöglichkeiten und Wahrnehmungen von ganz anderer Natur und Qualität sind als in der nachgeburtlichen Welt.

 

Zu diesem Zeitpunkt existieren weder Worte für das Erleben im Mutterleib, noch spielt das Denkvermögen eine bedeutende Rolle, und dennoch wird das gesamte Geschehen dieser Zeit im Zellgedächtnis des Körpers dauerhaft gespeichert und ist auch später wieder abrufbar.

 

Der gebärmütterliche Raum ist vorwiegend ein Ort des Fühlens und Hörens, des Spürbewußtseins, der Berührung und des Tastsinns. Und ab einem bestimmten Entwicklungsstand auch des Sehens und Träumens. Zudem ist der Fötus u.a. über den Weg der Nabelschnur durch Hormonausschüttungen ständig mit den seelischen Befindlichkeiten der Mutter in Kontakt.

 

Folglich ist also sehr auf innere Bilder, Impulse und Wahrnehmungen angewiesen, wer Zugang zu dieser frühesten Lebensphase erhalten möchte. Vieles erscheint einem diffus und unklar, schattenhaft, nichts kann bewiesen werden. Umso wichtiger ist es, einen gut funktionierenden Kontakt zu sich und seiner inneren Stimme zu entwickeln, sich ein tragfähiges Vertrauen zur eigenen Wahrnehmung anzueignen, um die Informationen des impliziten Gedächtnissystems erkennen und nutzen zu können

 

Wenn Sie zu mir kommen, um Ihr Zwillingsthema zu erforschen, lernen Sie deshalb zunächst mit Hilfe verschiedener Übungen und Anleitungen, behutsam mit ihren frühen Ich-Anteilen und Ihrem verloren gegangenem Zwilling in Kontakt zu treten. Dies geschieht u.a. mit Hilfe von

 

Auf der Suche nach Ihrem verlorenen Zwilling

 

Gab es einen Zwilling?

 

Als nächstes ist es wichtig, genau zu unterscheiden, aus welcher Entwicklungs-Phase Ihres Lebens Ihre Wahrnehmungen stammen und den Hintergrund für weitere mögliche Entstehungsfaktoren zu prüfen. Denn viele Phänomene, die im Prozess spürbar werden, lassen unter Umständen ebenso auf andere frühe Ursachen schließen, als da sind:

 

Das alles muss zunächst gründlich abgeklärt und unterschieden werden, was aber bei sorgfältiger Prüfung meist gut möglich ist.

 

Anschließend ist es sehr individuell und von KlientIn zu KlientIn ganz verschieden, welches Anliegen zum Gegenstand der Arbeit werden soll. Dies hängt auch sehr von den belastenden Symptomen und Leiden ab. Dazu gehören u.a.:

 

"Dem Kind einen Namen geben"

Ein erster wichtiger Schritt, um das verlorene Geschwisterkind in sein Leben zu integrieren ist tatsächlich, ihm einen Namen zu suchen und ihm diesen Namen z.B. in einem Willkommens-Ritual zu verleihen.

mein Zwilling und ichKlienten haben mit folgenden Worten und Begriffen Ihre Empfindungen beschrieben, nachdem sie Kontakt zu ihrem verloren gegangenem Zwilling aufgenommen hatten:

 

Ein wichtiges Element in der Begleitung von Alleingeborenen Zwillingen ist die Ritualarbeit. Generell gestaltet sich der Prozess meist sehr individuell und kreativ und ist stets begleitet von tiefen Gefühlen der Trauerverarbeitung und der Freude des „Wiedersehens“.

 

Geschwister

Gerne beantworte ich Ihre Fragen diesbezüglich, ich lade Sie ein, gemeinsam zu prüfen, ob auch Sie womöglich am Anfang zu zweit waren!